Mit dem Bau der Schuke-Orgel in der Neuen Kirche im Jahre 1958 entstand ein besonders klangschöner Orgelneubau in Emden.
Nachdem der Wiederaufbau der Neuen Kirche Ende 1950 abgeschlossen war, wurde der Gemeindegesang im sonntäglichen Gottesdienst zunächst drei Jahre lang vom Singkreis, gelegentlich auch vom Posaunenchor angeführt. Dann machte man sich Gedanken über einen Orgelneubau für die Neue Kirche. Man trat in Verhandlungen mit der Orgelbaufirma Paul Ott (Göttingen). Diese plante eine Orgel von 20 Registern auf 2 Manualen und Pedal, lieferte Ende 1956 das Rückpositiv, das jedoch im Februar 1957 wieder abgebrochen wurde.

Auf Empfehlung einer Orgelkommission, der Pastor Hermann Immer, Studienrat Welpmann und Emil Mennenga und andere angehörten, beschloß der Kirchenrat, den Orgelneubau durch die Berliner Orgelbauwerkstatt Karl Schuke ausführen zu lassen.
Das Gehäuse sollte Tischlermeister Folkert Meints, Emden, nach einem Entwurf von Oberregierungsrat D. Müller-Stüler, Aurich, anfertigen.Am 24. August 1958 war die Orgel fertiggestellt und wurde in einem Festgottesdienst und einem abendlichen Konzert in Gebrauch genommen. Zum 25jährigen Jubiläum der Orgel schrieb Kantor Rolf Hallensleben im Jahre 1983: „Das Instrument, das keine einzige Holzpfeife besitzt, hat sich im Laufe von 25 Jahren großartig bewährt, vor allem im Gottesdienst, für den es ja gebaut ist. Aber auch die konzertante Funktion wurde von allen, die auf ihm konzertiert haben, immer wieder bewundert.“ Auch noch nach fast 50 Jahren hat sich an diesem Urteil nichts geändert.


Von den vielen guten Instrumenten, die die Firma Karl Schuke baute, zeichnet sich das Instrument in der Neuen Kirche durch besonders ausgewogene und homogene Intonation und Klangschönheit aus.
Es ist immer wieder faszinierend, welchen klanglichen Anforderungen sich die Orgel der Neuen Kirche trotz ihrer relativ geringen Registerzahl gewachsen zeigt. Werke des 16.und 17. Jahrhunderts lassen sich auf ihr überzeugend darstellen, aber auch Werke romantischer Komponisten klingen überzeugend. Ihre besondere Stärke allerdings entfaltet die Orgel bei der Musik des 20. Jahrhunderts.
Möchte sich jemand in die Klangwelt der Orgelmusik von Komponisten wie Hugo Distler , Ernst Pepping oder Siegfried Reda einhören, der sollte sie auf diesem Instrument spielen! Denn für die Musik ihrer Entstehungszeit ist diese Orgel so hervorragend geeignet wie keine andere sonst in Ostriesland! Nicht umsonst loben noch heute in-und ausländische Organisten die Qualitäten der Schuke-Orgel der Neuen Kirche, und Gottesdienst- und Konzertbesucher genießen den schönen Klang dieses Instrumentes!