Es ist schon wieder Samstag! Wo ist nur die Woche geblieben? Schlimmer noch: es ist November! Das Jahr ist bald schon wieder um!

Kennen Sie dieses Gefühl? Dann sind Sie auch ein „Beschleunigungsopfer“! Das Leben wird immer schneller, immer hektischer, ein Termin jagt den anderen, hier noch ein Treffen eingeschoben, das noch eben schnell erledigen, und selbst die „Frei-Zeit“ artet in Streß aus: sei es durch Fitness oder durch Verreisen. Jede Minute ist so kostbar geworden, dass sie geplant und effektiv genutzt werden muß. Der Takt, der unser Leben bestimmt, wird immer kürzer, oder in einem anderen Bild: Das Rad der Zeit dreht sich immer schneller. Was gestern noch topaktuell war, ist heute schon ein alter Hut. Und wir hetzen hinterher, arbeiten noch mehr und planen noch besser.

Was bleibt dann eigentlich noch vom Leben? Hält man inne und schaut zurück, dann ist es nichts als Mühe und Arbeit gewesen. Familie, Freunde, das schöne, prickelnde Leben sind auf der Strecke geblieben. Auf Dauer hält das keiner aus. Man wird unzufrieden, leer, ausgepumpt.

Ganz neue Begriffe machen nun die Runde: „Langsamkeit neu entdecken“ und „Entschleunigung“. Aber wie kann es funktionieren, das Rad der Zeit abzubremsen, die Zeit mit sich selbst in Einklang bringen?

Was an den ganzen Zeit-Managmentsystemen ja richtig ist, ist die Tatsache, dass man sich selbst und seine Zeit organisieren kann. Doch meist ist der Fehler, und hier schließe ich mich bewusst ein, dass man die gewonnene Zeit in neue Projekte steckt, also noch mehr arbeitet, anstatt sie als freie Zeit, geschenkte Zeit wahrzunehmen.

Mehr noch: Wir brauchen freie Zeiten, Aus-Zeiten für Kopf, Körper und Seele. Zeiten der Erholung, die nicht schon wieder verplant und organisiert sind. Für mich ist so eine freie Zeit der Sonntag. Ein fester Tag, um aufzuhören, aufzuhören mit Arbeit, mit festen Terminen, nicht produktiv sein zu müssen. Einfach bei mir selber zu sein, Ruhe zu finden. Das ist für mich unser Sonntag.

Natürlich klappt das nicht immer. Wir leben schließlich nicht alleine auf der Welt, manches bestimmt uns von außen. Aber es kann ein kleiner Anfang sein. Und vielleicht müssen wir dann nicht entsetzt feststellen: Wo ist bloß die Zeit geblieben?

von Christian Züchner

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